WEC ohne die 24h Le Mans? FIA reagiert auf brisante Trennungsgerüchte

WEC ohne die 24h Le Mans? FIA reagiert auf brisante Trennungsgerüchte

– Der Automobil-Weltverband FIA hat klargestellt, dass mit dem Automobile Club de l’Ouest (ACO) eine bis Ende 2027 gültige Vereinbarung über die Vermarktung der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) besteht. Vorausgegangen war ein Bericht über einen angeblichen Streit zwischen den beiden Organisationen.

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Titel-Bild zur News: Start zum 24h-Rennen von Le Mans 2026

Das deutsche Fachmagazin auto motor und sport hatte am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. Nach Informationen des Blattes drohe bereits 2027 die Trennung der beiden WEC-Organisatoren FIA und ACO.

Dem Bericht zufolge gab es zwischen beiden Parteien keine Einigung über die Vermarktung der WEC im Jahr 2027. Das hätte die FIA dazu veranlassen können, eine Ausschreibung für einen neuen Serienpromoter zu starten. Eine solche Serie hätte allerdings ohne die 24 Stunden von Le Mans stattgefunden, da das französische Langstrecken-Highlight im alleinigen Besitz des ACO ist und von diesem ausgerichtet wird.

FIA stellt klar: Vertrag mit dem ACO läuft bis Ende 2027

Die FIA reagierte nun auf die Spekulationen und stellte klar, dass der bestehende Promoter-Vertrag mit dem ACO bis Ende 2027 gültig ist. Zudem befände man sich bereits in Gesprächen über eine Verlängerung darüber hinaus.

“Die Langstrecken-Weltmeisterschaft hat seit der Einführung des Hypercar- und LMGT3-Reglements ein nachhaltiges Wachstum erlebt und fährt in dieser Saison in sieben Ländern”, heißt es in einer Stellungnahme der FIA gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com.

“Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Fahrern, Teams, Herstellern, der FIA, dem ACO, dem Promoter LMEM und den Millionen von Fans, die die Meisterschaft verfolgen.”

“Konstruktive Gespräche” zwischen FIA und ACO

Weiter heißt es in der Mitteilung des Verbands: “Die FIA und der ACO setzen ihre Gespräche bezüglich einer Verlängerung der Promoter-Vereinbarung fort. Die aktuelle Vereinbarung mit dem ACO bleibt bis Ende 2027 in Kraft.”

Auch die WEC selbst nahm Stellung und betonte, dass FIA und ACO “konstruktive” Gespräche über die langfristige Zukunft der Weltmeisterschaft führen. Diese Verhandlungen betreffen laut WEC die Saisons “über 2027 hinaus”. Damit ist die unmittelbare Zukunft der Rennserie gesichert.

Fotostrecke: Alle Meisterautos in der WEC seit 2012

Alle Meisterautos in der WEC seit 2012

“Der ACO und die FIA arbeiten seit vielen Jahren eng bei der Entwicklung der WEC zusammen, die 2012 ins Leben gerufen wurde”, heißt es in dem Statement. “Diese langjährige Kooperation hat das Wachstum und das globale Profil der Weltmeisterschaft unterstützt, die derzeit eine besonders starke Dynamik mit wachsendem Interesse von Herstellern, Teams, Partnern, Medien und Fans erlebt.”

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Kalender 2027 wurde bereits abgesegnet

Vor diesem Hintergrund führten ACO und FIA derzeit Gespräche über die Zukunft der WEC über das Jahr 2027 hinaus. “Diese Gespräche verlaufen wie geplant, in einem konstruktiven Geist und mit dem gemeinsamen Ziel, die Zukunft der Weltmeisterschaft vorzubereiten. Beide Organisationen halten an ihrer Zusammenarbeit fest und arbeiten gemeinsam daran, die kontinuierliche Entwicklung und den langfristigen Erfolg der WEC sicherzustellen.”

Für die Saison 2027 hat die WEC bereits einen Kalender mit neun Rennen angekündigt. Dieser beinhaltet die Rückkehr nach Silverstone sowie das traditionelle Saisonfinale in Bahrain und wurde vom FIA-Weltrat (WMSC) bereits im Juni abgesegnet.

Hintergrund: Die lange Geschichte der Langstrecken-Politik

Der internationale Sportwagensport war historisch gesehen immer wieder von politischen und organisatorischen Verwerfungen geprägt. Am bekanntesten ist das Ende der Sportwagen-Weltmeisterschaft, die 1993 nach vier Jahrzehnten unter verschiedenen Namen zusammenbrach.

Es dauerte fast 20 Jahre, bis wieder eine offizielle FIA-Weltmeisterschaft für Sportwagen ausgetragen wurde. 2012 schlossen sich FIA und ACO schließlich zusammen, um die WEC aus der Taufe zu heben.

Nach einigen Höhen und Tiefen erlebte die Serie in den vergangenen Jahren einen massiven Aufschwung – nicht zuletzt durch die Konvergenz des LMDh- und LMH-Reglements mit der US-amerikanischen IMSA-Serie.

Vermarktet wird die WEC über die Le Mans Endurance Management (LMEM), eine Tochtergesellschaft des ACO. Die FIA agiert als Co-Promoter, segnet das Regelwerk ab und vergibt die offiziellen Weltmeistertitel.

Der Bericht von auto motor und sport legt nahe, dass FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem die Verträge des Weltverbandes mit allen Rennserien neu verhandelt. Üblicherweise überweisen Serien wie die Formel 1 eine jährliche Summe an die FIA.

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Dass die Berichte über Unstimmigkeiten für Wirbel sorgten, liegt auch am Timing: Erst vor drei Monaten hatten WEC, FIA und ACO gemeinsam mit der IMSA das neue Hypercar-Reglement für 2030 vorgestellt, das die Topklasse langfristig sichern soll.

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