WEC Sao Paulo 2026: Zweiter Saisonsieg für BMW

WEC Sao Paulo 2026: Zweiter Saisonsieg für BMW

– BMW ist in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) weiter oben auf: Nach dem Sieg in Spa-Francorchamps und dem knapp verpassten Le-Mans-Sieg setzte sich im Autodromo Jose Carlos Pace in Interlagos wieder ein BMW M Hybrid V8 durch. Diesmal durften Kevin Magnussen, Raffaele Marciello und Dries Vanthoor jubeln. Für alle drei Fahrer ist es der erste WEC-Gesamtsieg. (Ergebnis)

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Titel-Bild zur News: Der BMW #15 gewinnt die 6 Stunden von Sao Paulo 2026

Der BMW #15 gehörte zu den wenigen Fahrzeugen in einem vor allem in der ersten Hälfte chaotischen Rennen, das sich keine Fehler leistete. Der befürchtete Regen ging bereits vor dem Rennen nieder. Wegen noch teils feuchter Stellen wurden drei Einführungsrunden gefahren. In der zweiten Hälfte zogen zwar dichte Wolken und Nebelschwaden auf, es blieb jedoch bei minimalem Nieselregen, der keine Regenreifen erforderlich machte.

Es war ein wildes Rennen mit zahlreichen Strafen, Strategievielfalt und ohne Safety-Car-Phasen. Die 6 Stunden von Sao Paulo bestraften mangels Neutralisationen jeden Fehler wie in einem klassischen Langstreckenrennen.

Der BMW fuhr ohne Probleme durch, musste aber hart kämpfen. Während des Rennens kristallisierte sich vor allem der Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi; 2.) als stärkster Herausforderer heraus. Die 499P waren im Rennen stärker als im Qualifying, aber nur die #51 kam ohne Strafen durch.

Dafür krachte James Calado zwei Stunden vor Schluss, als er die #51 gerade frisch übernommen hatte, beim Boxenausgang in die Mauer. Dabei wickelte sich eine Werbetafel um die Front herum und blockierte die Lüftungskanäle einen ganzen Stint lang. Wie durch ein Wunder kam es zu keinerlei Überhitzungserscheinungen und die Tafel konnte beim nächsten regulären Stopp entfernt werden.

Der Ferrari fuhr nach dem Einschlag sogar vor dem BMW, dieser musste beim letzten Boxenstopp aber weniger nachtanken und ging wieder an die Spitze. Dries Vanthoor, der sich nicht ganz wohl fühlte, konnte James Calado auf Distanz halten, im Ziel betrug der Vorsprung 2,254 Sekunden.

Cadillac wirft Sieg an der Box weg

Eigentlich hätten die Cadillac V-Series.R das Rennen gewinnen müssen. Sie hatten die beste Pace, doch das Rennen ging schon beim ersten Boxenstopp den Bach runter. Am Cadillac #12 (Stevens/Nato; 3.), der von der Poleposition aus das Geschehen in der ersten Stunde bestimmte, klemmte die Radmutter vorne rechts. Später lieferte Norman Nato noch einen sehenswerten 360-Grad-Dreher, der einen Reifensatz in Mitleidenschaft nahm.

Kurz zuvor hatte schon das Schwesterfahrzeug #38 (Bamber/Bourdais/Aitken; 4.) einen schlechten Stopp, als Earl Bamber Teaminformationen zufolge die Räder blockierte und seinen Boxenplatz verfehlte. Dadurch musste das Fahrzeug erst in die richtige Position geschoben werden.

Das alles warf beide Caddys weit im noch recht dicht zusammenliegenden Feld weit zurück. Beide Cadillacs fingen sich dann auch noch kleinere Zeitstrafen für Kollisionen ein, die aber weitere Plätze kosteten. So bekamen die V-Series.R, die als recht anfällig für “Dirty Air” gelten, keine freie Fahrt und waren über weite Strecken des Rennens im Feld begraben, ohne überholen zu können.

“Es ist so schwierig, zu überholen. Sobald man hinter jemandem fährt, fängt man an zu rutschen, die Oberflächentemperaturen der Reifen steigen an, der Reifendruck schießt in die Höhe, und dann ist man gar nicht mehr schneller. Das ist sehr frustrierend, leider zahlen wir da einen Preis”, sagte Sebastien Bourdais während des Rennens.

Einen Faktor im Rennen spielte auch der Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg). Nach einem schlechten Start ging Ferdinand Habsburg “off sequence” und legte seinen ersten Stopp schon 40 Minuten nach dem Start ein.

So holte er sich freie Fahrt und führte das Rennen über weite Strecken an. Allerdings war der Stopp so früh, dass man auf Full Course Yellows angewiesen war, von denen es aber nur eine einzige im Rennen zur Beseitigung von Trümmern gab. Das war zu wenig, der A424 musste zu einem Splash in der letzten Stunde kommen.

Damit fiel die #35 zu ihren Teamkollegen in der #36 (Makowiecki/Gounon/Martins; 11.) zurück, die alle Chancen auf einen Spitzenplatz durch einen Reifenschaden kurz nach ihrem zweiten Stopp verloren.

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Kollision zwischen BMW und Ferrari auf Verfolgerplätzen

So kämpften am Ende die beiden weiteren Ferrari mit dem BMW #20 (Frijns/Rast/S. van der Linde) um Platz fünf. Der BMW war vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen, beide Ferrari hatten sich Strafen eingefangen.

Der Werkswagen #50 (Fuoco/Molina/Nielsen) gehörte zu drei Fahrzeugen, die sich in der einzigen Full-Course-Yellow ein Speeding-Vergehen leisteten. Das zog eine Durchfahrtsstrafe nach sich. Der private AF-Corse-Ferrari #83 (Ye/Kubica/Hanson) drehte den LMGT3-Polesetter um und bekam dafür eine Zehn-Sekunden-Strafe.

Die beiden Aston Martin Valkyrie kreuzten die Ziellinie aus den Plätzen sieben und neun. Der Aston Martin #007 (Tincknell/Gamble; 7.) hatte eine Strafe für eine Kollision beim Überrunden. Die #009 (Riberas/Sörensen; 9.) gehörte zu den wenigen Fahrzeugen mit einem sauberen Rennen, hatte aber nicht den nötigen Speed, um weiter vorn mitzumischen. Angesichts einer Trainingsbestzeit dürfte sich The Heart of Racing mehr ausgerechnet haben.

Fehlerbehaftetes Rennen bringt Genesis um Punkte

Ebenfalls nach der ersten Trainingsbestzeit des Programms und dem erneuten sechsten Startplatz dürfte Genesis wohl mehr erwartet haben als die Plätze 13 und 15. Wie schon in Le Mans war Genesis im Qualifying deutlich stärker als im Rennen, hinzu kam ein unsauberes Rennen schon in der Anfangsphase.

Dani Juncadella erlebte im Genesis #19 (Jaminet/Chatin/Juncadella) zu Beginn einen Doppelstint aus der Hölle, in dem er mit dem Verkehr haderte. “Jedes Mal, wenn ich auf GT-Verkehr stieß, war ich irgendwie einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde immer wieder überholt. So verlor ich eine Position nach der anderen”, flucht der Spanier.

Nach 80 Minuten kam es dann noch dicker: Beim Anbremsen der Juncao-Kurve wollte Juncadella den AF-Corse-Ferrari #21 (Heriau/Mann/Rovera) von Francois Heriau innen überholen. Der Amateurfahrer wollte aber seinerseits die Ideallinie freimachen und zwang Juncadella so von der Strecke. “Ich weiß nicht, was er da gemacht hat, der hatte ja überhaupt keinen Plan”, so der 35-Jährige. Der Ferrari erhielt eine 10-Sekunden-Strafe.

Der Ausritt warf den Genesis zunächst auf den letzten Platz zurück. Dann gehörte Juncadella zu denjenigen Fahrern, die eine Durchfahrtsstrafe für das FCY-Vergehen erhielten. “Das liegt ein bisschen an mir, aber auch ein bisschen am System, das wir verwenden.”

Dem Schwesterfahrzeug #17 (Lotterer/Derani/Jaubert) erging es nur unwesentlich besser. Andre Lotterer räumte nach knapp 100 Minuten den Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa; 17.) ab, später gab es eine weitere Kollision mit dem Aston Martin #007, für den der Genesis eine weitere Strafe erhielt.

Desaster für Toyota

Nach dem Le-Mans-Sieg erlebte Toyota eine harte Bruchlandung in Brasilien. Zumindest suchte man sich ein Rennen aus, in dem die TR010 Hybrid ohnehin chancenlos waren. Auch das Vorgängermodell GR010 Hybrid stand 2025 in Sao Paulo auf verlorenem Posten.

Hinzu kam diesmal ein total verpatztes Rennen: Der Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries; 12.) war das dritte der bestraften Fahrzeuge wegen des FCY-Vergehens und musste eine Durchfahrtsstrafe absitzen. Die hier verlorene Zeit brachte die Le-Mans-Sieger um alle Chancen auf Punkte.

Das Schwesterfahrzeug #8 hatte Pech: Nach dem Rammstoß von Andre Lotterer musste der Toyota für zwölf Runden in die Garage geschoben werden. Die komplette rechte hintere Aufhängung wurde getauscht. Der Rest des Rennens war nur noch eine Testfahrt.

Noch weniger zu holen war in diesem Rennen für Peugeot. Wie schon in Spa-Francorchamps konnten die 9X8 den Speed aus dem Qualifying nicht ins Rennen mitnehmen. Hinzu kamen auch bei den Löwen Strafen, darunter eine Stop-and-Go-Strafe von 30 Sekunden gegen den Peugeot #94 (Duval/Jakobsen/Pourchaire; 14.). Auch hier gab es keine Punkte.

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Seite neu laden! Ein Bericht zur LMGT3 folgt in Kürze an dieser Stelle.

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