ADAC Nordrhein verschiebt 24h-Serie auf 2028

ADAC Nordrhein verschiebt 24h-Serie auf 2028

– Es war ein Polit-Showdown bis zur letzten Minute. Nach vier Gesprächsrunden, davon eine ADAC-intern und die letzte am Freitagvormittag bei den Einstellfahrten zum Double-Header der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS), gibt es nach wie vor keine Einigung zwischen dem NLS-Veranstalter VLN und dem ADAC Nordrhein. Die neue 24h-Serie wird aber vorerst auf 2028 verschoben. (Alle Hintergründe zum Streit in unserer Trilogie)

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Titel-Bild zur News: Der Langstreckensport am Nürburgring erhält eine Atempause, die Grundprobleme bleiben bestehen

Damit kommt der ADAC Nordrhein, Veranstalter des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, einer mit reichlich Nachdruck erhobenen Forderung der Teamvereinigung ILN nach. Diese hatte offen mit einem Boykott der neuen Serie mit über 70 Fahrzeugen gedroht, sollte die Serie schon 2027 an den Start gehen.

“Leider war die Vorbereitungszeit zur Einführung eines neuen Serienformats für viele Rennteams, Partner und Sponsoren zu kurzfristig”, erklärt 24h-Rennleiter Walter Hornung. “Wir halten aber unser zukunftsorientiertes Konzept für den Motorsport auf der Nordschleife nach wie vor für sinnvoll und haben auch viel positives Feedback dazu bekommen.”

“Vor allem die von den 24 Stunden seit Jahren bekannten professionellen Strukturen und die geplanten Attraktionen für Fans auch abseits des eigentlichen Renngeschehens sind auf viel Interesse gestoßen. Dazu werden wir mit den beteiligten Playern am Nürburgring und insbesondere den Rennteams in den intensiven Austausch gehen.”

“Auch wenn eine gemeinsame Serie bei diesen Meetings vorerst nicht zustande gekommen ist, wollen wir die Gespräche für 2028 fortsetzen, um künftig die bestmögliche Plattform für Teams, Fahrer und nicht zuletzt die Nordschleifen-Fans zu schaffen.” Als Vorbild nennt der ADAC Nordrhein die 24h-Qualifiers. Auch signalisiert er weitere Gesprächsbereitschaft.

Nordrhein will neue Strukturen, VLN ihr Erbe bewahren

In den Gesprächen gab es keine Einigung zwischen den Parteien. Der ADAC Nordrhein will den Langstreckensport auf der Nordschleife weiterhin professioneller organisieren und große Partner an Bord holen. Die Organisationsstruktur der VLN Sport GmbH & Co. KG mit Ehrenämtlern sieht er als überholt und aus der Zeit gefallen an.

Die VLN hingegen betont ihr historisches Erbe, zumal sie 2027 ein rundes Jubiläum feiert. “Ein halbes Jahrhundert Langstreckensport auf der Nordschleife ist ein historischer Meilenstein, auf den wir extrem stolz sind – erst recht, da wir dieses Jubiläum gemeinsam mit dem 100-jährigen Bestehen des Nürburgrings feiern dürfen”, sagt VLN-Geschäftsführer Mike Jäger.

“Seit den Anfängen im Jahr 1977 hat die Serie ihren einzigartigen Charakter auf dieser ikonischen Rennstrecke bewahrt und sich gleichzeitig kontinuierlich weiterentwickelt.” Auch hier steckt die Message zwischen den Zeilen: 50 Jahre Tradition lassen wir uns nicht kaputtmachen. Der ADAC Nordrhein hält im Hintergrund dagegen, dass man selbst auf eine noch größere Tradition bauen könne.

Struktur und Verflechtungen im Langstreckensport am Nürburgring

Jedenfalls haben alle Parteien nun mit der Entscheidung des ADAC Nordrhein weit mehr Zeit bekommen, die Differenzen beiseite zu legen. Dabei geht es auch um einen ADAC-internen Machtkampf, in dem der Nordrhein sowohl dem “Haupt-ADAC” mit Sitz in München als auch den in der VLN engagierten Regionalvereinen Westfalen und Mittelrhein gegenübersteht.

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Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) hatte zum Schlichtungsgespräch am 1. September geladen. Daraufhin fanden mehrere weitere Gesprächsrunden statt. Am Freitag kam noch einmal richtig Bewegung in die Sache.

Informationen von Motorsport-Total.com zufolge stellte die VLN eine Frist bis 14 Uhr, bevor sie ihren Rennkalender für 2027 verkündet. Eine Antwort des ADAC Nordrhein soll dazu nicht gekommen sein. Folglich gehören die 24h-Qualifiers 2027 nicht zur NLS, die damit nur noch acht Rennen an sieben Wochenenden austrägt.

Offen bleibt auch die Frage nach der Zukunft des Rechtsstreits zwischen der VLN und dem Streckenbesitzer NR Holding. Dieser droht, langfristige Planungen auf der Nürburgring-Nordschleife unmöglich zu machen.

Einziger Sieger des Polit-Chaos: ILN

Die Teamvereinigung ILN begrüßt ausdrücklich die Verschiebung der 24h-Serie auf 2028 und darf sich zu Recht als Sieger sehen, schließlich bekam sie als einzige Partei ihre Forderungen durchgesetzt. “Wir haben immer deutlich gemacht, dass eine zusätzliche Konkurrenzserie dem Langstreckensport auf der Nordschleife mehr schaden als nutzen würde”, erklärt der ILN-Vorsitzende Martin Rosorius.

“Deshalb haben wir als ILN den klaren Standpunkt vertreten, dass der ADAC Nordrhein für 2027 von seinen Plänen Abstand nehmen muss. Dass diese Forderung nun erfüllt wird, ist eine wichtige und richtige Entscheidung.”

Die ILN hatte sich für 2027 offen gegen die 24h-Serie gestellt. Rosorius äußert sich deutlich, bei wem er die Schuld für die Situation sieht: “Die Einsicht des ADAC Nordrhein, dass sich mit 30 Rennwagen keine erfolgreiche Langstreckenserie auf der Nordschleife veranstalten lässt, kommt spät, aber gerade noch rechtzeitig, um größeren Schaden von den Teams, Fahrern, Sponsoren und dem gesamten Langstreckensport abzuwenden.”

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Die Frage ist nun natürlich, wie das für 2028 aussieht. Rosorius stellt klar, dass es auch in Zukunft keine zwei Serien geben dürfe: “Jetzt geht es darum, nach vorne zu schauen. Teams und Partner brauchen endlich Klarheit und eine verlässliche Perspektive für 2027 und darüber hinaus. Das Jubiläumsjahr des Nürburgrings sollte nicht von Konkurrenz und Unsicherheit geprägt sein, sondern von einem starken gemeinsamen Auftritt des Langstreckensports.”

“Wir wollen den Langstreckensport auf der Nordschleife gemeinsam weiterentwickeln. Dafür müssen wir die Kräfte bündeln und die Voraussetzungen schaffen, dass langfristig sowohl die NLS als auch das 24-Stunden-Rennen erfolgreich und professionell aufgestellt sind.”

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