– Fortsetzung folgt beim Polit-Showdown am Nürburgring. Das vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) initiierte Schlichtungsgespräch mit allen in den jüngsten Machtkampf um den Nürburgring-Langstreckensport involvierten Stakeholdern wird in eine zweite Runde in der kommenden Woche gehen.
Read more Kimi Antonelli to Ferrari? Lewis Hamilton: «Toto will not do a damn thing …»

Beobachter sehen das in erster Linie als positives Zeichen, denn damit sind die Gespräche nicht geplatzt. Vielmehr ist es in Angelegenheiten auf solcher Ebene normal, dass Verhandlungen in mehreren Etappen stattfinden.
Das sieht man beispielsweise in der Wirtschaft bei großen Unternehmensfusionen oder in der Politik bei Wirtschaftsabkommen oder Friedensverträgen. Man redet miteinander, alle Seiten besprechen sich daraufhin intern und es geht in eine weitere Runde. (Die Gemengelage in unserer Trilogie erklärt)
Natürlich sind alle Parteien in einer solchen Situation sehr verschwiegen, die Inhalte der Gespräche werden derzeit unter Verschluss gehalten. Allerdings sollen die Verhandlungen in einer professionellen Atmosphäre stattgefunden haben.
Ein schnelles Ergebnis ist also ausgeblieben, weil die Positionen aller Akteure weit auseinanderliegen und ein gewisses Misstrauen vorherrscht. Eine Annäherung erfolgt in Schritten. Kommt eine Seite der anderen zu schnell entgegen, könnte das die eigene Verhandlungsposition schwächen.
Die Gespräche sind in erster Linie eine ADAC-interne Angelegenheit, die VLN ist aber ebenfalls aufgrund des laufenden Gerichtsverfahrens gegen den Nürburgring-Besitzer NR Holding als aktive Partei involviert.
Weit auseinanderliegende Positionen
Auf der einen Seite steht der ADAC Nordrhein, der aus Angst um die Exklusivität seines 24-Stunden-Rennens die Flucht nach vorne angetreten hat. Durch das schwebende Gerichtsverfahren der VLN gegen die NR Holding droht im ungünstigsten Fall eine gerichtlich erzwungene, diskriminierungsfreie Rotation des einzigen verfügbaren 24h-Termins mit einem noch fiktiven anderen Veranstalter.
Read more Healthy again, but: Max Verstappen expects «no miracles» in Monza
Dieser könnte eine Allianz aus verschiedenen Akteuren sein, die mittels Investitionen in die NLS diese als Einfallstor nutzen könnte, um ab 2029 ein konkurrierendes 24-Stunden-Rennen zu etablieren. Das könnten verschiedene Parteien sein, vom ADAC München über ADAC Westfalen/Mittelrhein und die NR Holding bis hin zu internationalen Veranstaltern – oder eine Kombination daraus.
Mit seiner neu ins Leben gerufenen Serie versucht der ADAC Nordrhein daher, präemptiv Territorium abzustecken und Verhandlungsmasse aufzubauen, um die VLN vielleicht dazu zu bringen, aus dem Gerichtsverfahren gegen die NR Holding auszusteigen. Oder sie letztlich in einem Abnutzungskrieg zweier Serien kleinzukriegen, um das Einfallstor zu schließen.
Der NLS-Veranstalter VLN, und mit ihr die zwei ADAC-Regionalvereine Westfalen und Mittelrhein, fordert wiederum rechtssichere und langfristige Garantien für Nordschleifen-Termine, bevor sie bereit ist, das für sie essenzielle Gerichtsverfahren gegen die NR Holding fallen zu lassen.
Dabei kann sie auf eine breite Rückendeckung bauen: Die Teamvereinigung ILN hat der NLS für 2027 ihre volle Unterstützung zugesagt und macht deutlichen Druck auf den ADAC Nordrhein, dessen Position politisch relativ isoliert ist.
Diese so weit auseinanderliegenden Positionen auf einen gesunden Kompromiss runterzubrechen, kostet Zeit. Insofern heißt es weiter abwarten, ob eine Konkurrenzsituation mit zwei Serien wie 2024 noch abgewendet werden kann. Als Quintessenz lässt sich festhalten: Zumindest ist nichts gescheitert.
Read more IndyCar Finale 2026 Laguna Seca with Mick Schumacher: Schedule, TV, all info