– Großes Drama auch in der Schlussphase des 3-Stunden-Rennens beim Endurance Cup der GT-World-Challenge (GTWC) Europe in Monza: Nur wenige Stunden nach dem riesigen Massencrash beim Start sorgte ein zweiter Horrorunfall kurz vor dem Ende für einen weiteren Schock. Dabei flog der Pure-Rxcing-Porsche von Alexei Nessow durch die Luft und riss drei weitere Autos aus dem Rennen.
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Auslöser war Kelvin van der Linde im WRT-BMW. Der WRT-Pilot verschätzte sich beim Anflug auf die erste Schikane komplett. Van der Linde traf den Pure-Rxcing-Porsche von Alexei Nessow am Heck.
Was folgte, waren filmreife und beängstigende Szenen für die offiziell 43.000 Zuschauer: Nessow rutschte in hohem Tempo rückwärts in die Variante Rettifilo und torpedierte dort den Rutronik-Porsche von Sven Müller sowie den Sainteloc-Audi von Ezequiel Perez Companc.
Durch die Wucht des Aufpralls stieg der Porsche von Nessow auf, schlug eine Fassrolle in der Luft und krachte nach dem im Überschlag auch noch Volley in den zweitplatzierten Winward-Mercedes von Marvin Dienst, der dadurch den Sieg im Bronze Cup verlor.
Glücklicherweise gab es keine schweren Verletzungen zu beklagen. Alle beteiligten Fahrer konnten ihre völlig zerstörten Boliden aus eigener Kraft verlassen. Zwei Fahrer wurden im Medical Center durchgecheckt, Nessow wurde mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht. Er klagte außerdem über Kopfschmerzen.
Riesenglück hatten der siegreiche Attempto-Audi von Rocco Mazzola, der dem Crash entkam, und noch einmal der Winward-Mercedes #48, der schon beim Startcrash wie durch ein Wunder davonkam. “Dieses Auto hat neun Leben”, scherzten die Kommentatoren. Während Maro Engel den Startcrash überstand, wurde am Ende Lucas Auer vom Porsche-Geschoss nur knapp verfehlt.
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155 Sekunden Strafe gegen van der Linde
Für Kelvin van der Linde und seine Teamkollegen Jordan Pepper und Charles Weerts hatte die Aktion nach dem Überfahren der Ziellinie ein langes Nachspiel bei den Rennkommissaren. Die Stewards brummten der #32 eine massive Zeitstrafe von 155 Sekunden sowie zwei Strafpunkte auf. Damit verlor das WRT-Trio den siebten Platz im Gesamtklassement und rutschte im offiziellen Rennergebnis bis auf Rang 30 durch.
Der Südafrikaner zeigt sich nach dem Rennen einsichtig und sucht gar nicht erst nach Ausreden. “Ich möchte mich bei allen Fahrern entschuldigen, die in den Unfall involviert wurden. Es war eine sehr unglückliche Situation”, sagt der 29-Jährige.
“Ich habe den Bremspunkt in Kurve eins falsch eingeschätzt und versucht, einen Unfall zu vermeiden. Leider hatte ich ein anderes Auto auf meiner linken Seite und habe den Porsche getroffen, der dann ins Schleudern geraten ist.”
Fotostrecke: Massencrash bei der GTWC Europe in Monza in Kurve 1

Dass der Crash so heftige Ausmaße annahm, ging auch an dem erfahrenen GT3-Profi nicht spurlos vorbei: “Das Ergebnis ist schlimm und etwas, das niemand sehen möchte. Es tut mir leid, was passiert ist, und ich bin froh, dass ich beide Fahrer nach dem Rennen im Medical Center sehen konnte und sie in Ordnung waren.”
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Der Vorfall war auch eine Folge eines völlig chaotischen Rennens mit zahlreichen Gelbphasen, die das Feld immer wieder komprimierten. Der letzte Restart war erst sieben Minuten vor Schluss. Da nie ein richtiger Rhythmus aufkam, waren Fahrzeuge verschiedenster Klassen ungewöhnlich durcheinander gemischt, was zu dem Unfall beitrug.
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