ADAC Nordrhein konkretisiert neue 24h-Serie mit Gebührenmodell

ADAC Nordrhein konkretisiert neue 24h-Serie mit Gebührenmodell

– Mit der neuen 24h Nürburgring Serie will der ADAC Nordrhein den Langstreckensport auf der Nordschleife für Profis und Breitensportler gleichermaßen attraktiv machen. Genau diesen Anspruch stellt der Veranstalter bei der Vorstellung der Gebührenstruktur für die Premierensaison 2027 in den Mittelpunkt.

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Titel-Bild zur News: Connor de Phillippi, Neil Verhagen, Jens Klingmann

Ein Vergleich mit der Nürburgring Langstrecken-Serie zeigt allerdings, dass die veröffentlichten Zahlen nicht in allen Punkten zu dieser Botschaft passen.

“Natürlich stehen die Top-Teams mit ihren GT3 oft im Fokus von Medienberichten und TV-Übertragungen, das ist kein Geheimnis”, erklärt Sportleiter Walter Hornung. “Aber der Langstreckensport lebt speziell auf der Nordschleife von den Duellen in den Klassen.” Deshalb gehörten GT4-Fahrzeuge, Cup-Klassen und seriennahe Tourenwagen auch künftig fest zum Konzept der neuen Meisterschaft.

Nach Klassen gestaffelte Gebühren

Dazu verweist der ADAC Nordrhein auf eine nach Fahrzeugklassen gestaffelte Gebührenstruktur. Für GT3-Fahrzeuge der Klassen SP9, SP-X, SP11 und SP-PRO werden beim 24h Prolog, dem ADAC Eifelrennen und dem ADAC 1000-km-Rennen jeweils 5.800 Euro fällig.

Fotostrecke: Startaufstellung 24h Nürburgring 2026 in Bildern

Startaufstellung 24h Nürburgring 2026 in Bildern

Fahrzeuge der Klassen SP10 bis SP6 sowie Cup2 und Cup3 zahlen 2.700 Euro. Alle weiteren Klassen starten für 1.800 Euro. Darunter fallen unter anderem der neue Polo Cup, die BMW-Cup-Klassen und seriennahe Tourenwagen.

Hinzu kommen gestaffelte Einschreibegebühren. Fahrer zahlen bei einer Anmeldung bis Ende Oktober 2026 lediglich 200 Euro, Teams 800 Euro pro Fahrzeug. Anschließend steigen die Beträge schrittweise auf maximal 600 beziehungsweise 1.500 Euro. Gaststarter bleiben grundsätzlich zugelassen, müssen allerdings höhere Nenngelder entrichten.

Vergleich mit NLS: Große profitieren, Kleine zahlen drauf

Gerade beim Vergleich mit der NLS fällt jedoch auf, dass vor allem die leistungsstärkeren Klassen profitieren. Ein GT3-Fahrzeug kostet in der neuen Serie 5.800 Euro Nenngeld und damit 400 Euro weniger als bei einem Vierstundenrennen der NLS. Auch Teams der Klassen SP6 sowie SP7 und SP8 zahlen mit 2.700 Euro weniger als in der etablierten Meisterschaft.

Start der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) auf der Nordschleife

Anders sieht es dagegen bei Teilen des klassischen Breitensports aus. Fahrzeuge der Klassen V3, V4 sowie VT1 und VT2 zahlen in der NLS derzeit 1.450 Euro Nenngeld für ein Vierstundenrennen. In der neuen 24h Nürburgring Serie werden für diese Fahrzeuge 1.800 Euro fällig. Auch Teams aus SP3 und SP4 müssten gegenüber der NLS höhere Startgelder einplanen.

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Damit ergibt sich ein durchaus widersprüchliches Bild. Während der ADAC Nordrhein den Breitensport in seiner Mitteilung mehrfach als zentrales Element der neuen Serie hervorhebt, profitieren bei den Nenngeldern zunächst vor allem GT3-Teams und einige leistungsstärkere Klassen. Für einen Teil der klassischen Einstiegs- und Breitensportfahrzeuge steigen die Kosten dagegen gegenüber der NLS.

Ein finanzieller Vorteil ergibt sich vor allem über die Einschreibung. Diese fällt mit maximal 600 Euro pro Fahrer und 1.500 Euro pro Fahrzeug niedriger aus als in der NLS. Offenbar setzt der ADAC Nordrhein darauf, Teams frühzeitig an die neue Meisterschaft zu binden, anstatt über flächendeckend niedrigere Nenngelder um Teilnehmer zu werben.

Neue Einstiegsserie: Polo Cup bekommt eigene Klasse

Polo Cup

Zum Konzept der neuen Serie gehört außerdem der Polo Cup, der ab 2027 als eigenständige Klassenwertung ausgetragen wird. Der Polo Cup Germany fährt in diesem Jahr sehr erfolgreich seine Debütsaison und entwickelt aktuell ein Langstrecken-Kit, mit dem die Fahrzeuge auf der Nordschleife starten können.

Die rund 300 PS starken VW Polo GTI Cup sollen Nachwuchsfahrern und ambitionierten Breitensportlern einen vergleichsweise günstigen Einstieg in den Nordschleifen-Langstreckensport ermöglichen. Damit unterstreicht der ADAC Nordrhein seinen Anspruch, neben den GT3-Kategorien auch den Unterbau der Serie langfristig zu stärken.

Die Veröffentlichung der Gebühren ist zugleich ein weiteres Kapitel im Konflikt um den Langstreckensport auf dem Nürburgring. Nach dem Ende der Zusammenarbeit zwischen ADAC Nordrhein und NLS werben ab 2027 zwei konkurrierende Meisterschaften um dieselben Teams und Fahrer. Die nun vorgelegte Gebührenstruktur zeigt dabei, dass der ADAC Nordrhein den Wettbewerb nicht über einen generellen Preisvorteil sucht.

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Stattdessen setzt der Veranstalter auf günstigere Einschreibegebühren und Vorteile für einzelne Klassen, während ausgerechnet Teile des Breitensports bei den Nenngeldern zunächst schlechter dastehen als in der NLS.

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